Vertrauen teilen:
12. Januar 2018 / Wir in NRW (II)

„Wir vertrauen zu hundert Prozent“

Jahr für Jahr erwirtschaftet WestLotto hohe Millionenbeträge, die vom Landeshaushalt an gemeinnützige Institutionen verteilt werden. Für den Zentral-Dombau-Verein erzählt Präsident Michael H.G. Hoffmann, wobei WestLotto dabei hilft und was die Zusammenarbeit vertrauensvoll macht.

Wer in und um Köln wohnt, betrachtet den Dom als Mittelpunkt seiner Heimat. Familien, die auf der Autobahn schon von Weitem die Türme erblicken, spüren, wie man in Köln sagt: „Jetzt simmer zuhus’!“ Wir arbeiten dafür, dass dieses Wahrzeichen erhalten bleibt. Unser Verein ist überparteilich, überkonfessionell und unabhängig.

Der Dombaumeister hat Erhaltungsarbeiten identifiziert, die bis ins Jahr 2070 reichen. Allein von seinen kleinen Türmchen mit Blumen hat der Dom über 11.000. Es gibt 500 große Figuren – teils 2,50 Meter hoch – im und außerhalb des Doms. Das Eisen, mit dem viele dieser Figuren und Fialen angebracht sind, rostet und sprengt dadurch den Stein. Deshalb müssen die Eisenteile aus dem 19. Jahrhundert nun gegen rostfreie Materialien ausgetauscht werden. Das wird bis 2050 dauern – die Gerüste, die heute am Dom zu sehen sind, werden also wohl noch einige Zeit bleiben.

Die Arbeiten sind langfristig angelegt: Ein Steinmetz braucht für eine neugeschlagene Figur rund anderthalb Jahre – die dafür nötige, stoische Ruhe kann man nur dann aufbringen, wenn man weiß: Die Mittel stehen zur Verfügung. 1863 wurde die Dombaulotterie ins Leben gerufen, mit deren Hilfe der der Dom zwischen 1842 und 1880 fertiggebaut werden konnte. In diesem Zeitraum kamen über 60 Prozent der Mittel vom Zentral-Dombau-Verein. Nach dem Krieg dann wurden eine Staatslotterie entwickelt, die später von WestLotto übernommen wurde. Seitdem erhalten wir Mittel aus den Erlösen des Unternehmens. Zunächst lief unsere Dombaulotterie noch parallel, schließlich verließen wir uns ganz auf WestLotto. Heute erhalten wir rund 1,6 Millionen Euro aus der Lotterie.

Darauf vertrauen wir zu hundert Prozent, denn es handelt sich um nicht weniger als 40 Prozent unserer gesamten Einnahmen, die wir als Dombau-Verein für den Erhalt des Doms jedes Jahr ausgeben (insgesamt 4 Millionen Euro). Auch die Dombauhütte mit ihren über 100 Mitarbeitern hängt direkt von den Mitteln von WestLotto ab. Der Kölner Dom ist für die Ewigkeit gebaut – doch für seinen Erhalt brauchen wir diese Unterstützung.

Portraitfoto: Michael H.G. Hoffmann, Präsident des Zentral-Dombau-Vereins

Michael H.G. Hoffmann ist Präsident des Zentral-Dombau-Vereins