Vertrauen teilen:
15. Januar 2019 / Ranking

Kunden stellen Vertrauens-Frage

Vertrauen – ein komplexes Gefühl, über das wir uns im Alltag häufig überhaupt keine Gedanken machen. Vielleicht, weil vieles intuitiv passiert. Oder weil wir manche Produkte und Marken einfach „besser“ finden als andere.

Doch nicht nur zwischen zwei Menschen spielt Vertrauen eine immer größer werdende Rolle. Trotz oder gerade aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung. Auch Unternehmen müssen im Kampf um den Kunden das Vertrauen selbiger gewinnen und setzen in der Markenkommunikation deshalb verstärkt auf vertrauensbildende Inhalte wie Nachhaltigkeit.

Ob das gelingen kann? Zieht man die Ergebnisse des jährlichen Vertrauensrankings des forsa-Instituts im Auftrag der RTL-Mediengruppe heran, kommt man schnell zu dem Ergebnis, dass dabei noch viel Luft nach oben ist.

Auch wenn Unternehmer ein leichtes Plus verzeichnen konnten: nicht mal jeder Dritte vertraut Ihnen und damit wohl auch Ihren Firmen. Bei Managern sind es sogar nur neun Prozent der Deutschen, die ihnen ihr Vertrauen schenken.

Das Misstrauen nimmt – über alle Institutionen gesehen – stetig zu. Das hat auch etwas damit zu tun, dass Kontrolle heutzutage viel besser möglich ist, dass Vertrauen nicht mehr bedingungslos geschenkt wird –  oder werden muss.

Und dennoch gibt es Momente, in denen wir vertrauen und uns auf andere verlassen müssen – zum Beispiel, wenn wir auf Hilfe von Polizei oder Ärzten angewiesen sind. Nicht umsonst sind es diese Institutionen, denen die Deutschen am meisten vertrauen.

„Wir sehnen uns nach Wärme, Sicherheit, Qualität, nach Kontinuität und verlässlicher Orientierung – das sind Werte des Vertrautseins“, sagt dazu der Historiker und Kommunikationswissenschaftler Prof. Dr. Rainer Gries von der Universität Jena.

Was bedeutet das für Unternehmen? Vertrauen zu gewinnen und zu halten heißt heute, alle Puzzleteile über Produkte, Service und die Philosophie zu einem großen Ganzen zusammenzufügen und transparent offenzulegen.

Für Marken ist das eine gute Nachricht. Wer ehrliche und kundenfreundliche Arbeit leistet, kann seine Selbstdarstellung mit glaubwürdigen Fakten untermauern, die beim Verbraucher die Türen öffnen.

„Der mündige und prüfende Verbraucher wird sich eher für einen Anbieter entscheiden, der Verantwortung beim Thema Verbraucherschutz übernimmt, als für einen, bei dem das nicht der Fall ist“, so Gries.

Dies gilt auch für Unternehmen der Glücksspielbranche. Hier schafft die Sicherheit von Ein- und Auszahlungen, der faire Ablauf des Spiels und der Schutz Minderjähriger sowie gefährdeter Spieler Vertrauen.

 

Linktipp: In einem Vertrauens-Podcast beschäftigt sich Redakteur Philipp Eins im Auftrag von WestLotto damit, ob man Vertrauen lernen kann, was Vertrauen im Arbeitsalltag bedeutet – und wie sich Vertrauen im Netz entwickeln kann. Alle Folgen finden Sie hier: https://vertrauen.blog/

 

 

Das Ranking:

  1. Polizei: 78 % (-5 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr)
  2. Universitäten: 77 % (-3)
  3. Ärzte: 77 % (-1)
  4. Eigener Arbeitgeber: 66 % (-9)
  5. Kommunale Unternehmen: 66 % (-6)
  6. Meinungsforschungsinstitute: 56 % (-2)
  7. Schulen: 53 % (-10)
  8. Radio: 51 % (-5)
  9. Krankenkassen: 46 % (-4)
  10. Gewerkschaften: 46 % (-3)
  11. Presse: 41 % (+1)
  12. Bundeswehr: 40 % (-13)
  13. Evangelische Kirche: 38 % (-10)
  14. Sparkassen: 38 % (-5)
  15. Papst: 34 % (-20)
  16. Zentralrat der Juden: 34 % (-3)
  17. Unternehmer: 30 % (+3)
  18. Fernsehen: 27 % (-1)
  19. Arbeitgeberverbände: 24 % (-2)
  20. Katholische Kirche: 18 % (-9)
  21. Banken: 18 % (-2)
  22. Versicherungen: 18 % (+1)
  23. Zentralrat der Muslime: 9 % (-4)
  24. Manager: 9 % (+3)
  25. Islam: 7 % (-2)
  26. Werbeagenturen: 4 % (-1)
Quelle: https://www.rtl.de/cms/rtl-trendbarometer-immer-weniger-deutsche-vertrauen-schule-und-polizei-4274626.html