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10. Juli 2018 / Interview

Vertrauen in Körper und Geist

Sich aufeinander verlassen können, an sich selbst glauben: Vertrauen ist ein Gefühl, das unseren Alltag bestimmt. Wir vertrauen darauf, dass wir bei grün über die Straße gehen können, weil alle sich an die Verkehrsregeln halten. Oder dass unsere Daten im Internet bei Banken und Händlern sicher sind. Millionen Menschen in NRW schenken WestLotto jede Woche ihr Vertrauen und legen ihre Träume in die Hände des Lotterieveranstalters. Auch beim Sport geht nichts ohne Vertrauen. Warum erklärt Sportpsychologe Moritz Anderten von der Deutschen Sporthochschule in Köln.

Herr Anderten, welche Rolle spielt das Thema Vertrauen beim Sport?

Vertrauen ist ein elementarer Baustein im Sport. Dieses Gefühl hat nicht nur entscheidenden Einfluss auf die Beziehung zwischen Trainer und Athleten oder Mannschaftskollegen, sondern wirkt sich in Form von Selbstvertrauen auch auf den Glauben an die eigenen Fähigkeiten aus. Vor allem Trainern kommt die wichtige Aufgabe zu, ihren Schützlingen ein auf Vertrauen basiertes Wertesystem zu vermitteln und gleichzeitig ihr Selbstvertrauen und ihr Selbstwertgefühl zu stärken.

 

Besonders im Spitzensport sind Sportler oft großem Druck ausgesetzt. Wie kann Ihr Projekt „mentaltalent.de“ da helfen?

Bereits im Jugendalter ist es wichtig, präventiv den richtigen Umgang mit Drucksituationen zu üben. Das Projekt „mentaltalent.de“ bietet unter Förderung der Sportstiftung NRW professionelle sportpsychologische Ausbildungs-, Betreuungs- und Beratungsangebote für den Nachwuchsleistungssport in NRW an. Ziel ist es, dass die Athleten und Trainer die erlernten Techniken selbstständig in Training, Wettkampf und Alltag anwenden und damit die mentalen Herausforderungen besser bewältigen können.

 

Inwieweit kann Vertrauen helfen, mit solchen Drucksituationen umzugehen?

Wenn ein Sportler oder das gesamte Team das Vertrauen des Trainers spürt, hilft das mental belastende Situationen mutiger und selbstsicherer anzugehen. Wenn es im zweiten Schritt dann noch gelingt, Vertrauen in das eigene Können zu spüren, verfliegt der Druck. Ziel der sportpsychologischen Arbeit ist es auch, Freude an körperlichen und mentalen Grenzerfahrungen zu vermitteln.

 

Kann man (Selbst-)Vertrauen lernen?

Zum Glück ja! Dabei spielen vier Faktoren eine Rolle. Erstens: die uneingeschränkte Unterstützung des sozialen Umfeldes. Zweitens: die persönlichen Stärken und Erfolge immer wieder herauszuarbeiten. Drittens: die sogenannten stellvertretenden Leistungen. Wenn es Sportlern gelingt, die Leistungslücke zu besseren Sportlern step by step zu schließen steigert das die eigene Kompetenzüberzeugung. Und Viertens: die gedankliche Vorwegnahme sportlicher Spitzenleistung. In der Visualisierung geschulte Sportler können sich selbst in optimaler Leistungsentfaltung vorstellen und dabei positive emotionale und körperliche Reaktionen hervorrufen, mit deren Hilfe das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die Überzeugung, den bevorstehenden Wettkampf zu meistern, steigt.

 

 

Vertrauen in ein bewährtes System: WestLotto ist seit über 60 Jahren Partner des Sports. Dank des Lotto-Prinzips fließen rund 40 Prozent der Spieleinsätze der Tipper bei Deutschlands größtem Lotterieveranstalter über das Land an gesellschaftliche Träger wie die Sportstiftung NRW.

Sportpsychologe Moritz Anderten