Vertrauen teilen:
26. Februar 2018 / Einblick

Kennen wir uns?

Im Alltag sind wir Menschen auf Dinge angewiesen, die wir nicht durchdringen. Die Frage nach dem Vertrauen bekommt dabei eine neue Bedeutung.

Ist das wirklich smart?
Wenn das Smartphone wissen möchte, ob man einem Computer vertraut, geht es dabei selten um eine innige Freundschaftsbeziehung. Sondern lediglich darum, ob man ihm in einer konkreten Situation Zugriff auf seine Daten gestattet oder nicht. Was eine App, Website oder der Netzanbieter mit den eigentlich doch privaten Daten anfängt, bleibt meistens im Verborgenen; auch weil die Lektüre der Erläuterungen Stunden dauern würde.

Empathie: Fehlanzeige
Ein „nicht vertrauenswürdiges SSL-Zertifikat“ erkennt man nicht daran, dass es einen irgendwie komisch ansieht. Vielmehr wird der Datentransfer in einem rein technischen Sinn als unzureichend abgesichert eingestuft. Und eine Spam-Mail, der man angeblich voll vertrauen kann, ist natürlich mit besonderer Vorsicht zu genießen. Sonderbar, dass dennoch viele bedenkenlos darauf klicken, wohingegen sie den menschlichen Autoverkäufer zuvor einem gnadenlosen Hintergrundcheck unterziehen.

In shops we trust
Webshops mit der bekannten „Trusted Shop Guarantee“ kann man tatsächlich vertrauen: Denn hinter diesem Zertifikat – für diese Annahme gibt es einigen Grund – stecken Menschen, die nur wirklich vertrauenswürdige Angebote auszeichnen. So ist sicher gestellt, dass man die bestellte Ware pünktlich und wie beschrieben bekommt und dass sich der Preis nicht erhöht.

Nur scheinbar menschlich
Vertrauen fließt nur in eine Richtung, nämlich vom Menschen an die Technik. Echtes empathisches Vertrauen zeichnet sich jedoch dadurch aus, dass es auch von der Gegenseite empfunden wird. Oder wäre etwa ein Bergsteiger denkbar, der seinem Kumpel vertraut, auch wenn dieser ihm völlig gleich gültig gegenübersteht? Und genau an diesem Punkt scheitert die Maschine, obwohl sie sich den Anschein menschlicher Qualitäten gibt.

Von freundlichen Mächten
Fragt man die Windows-Assistentin „Cortana“ nach der Bedeutung von Vertrauen, so liefert sie mit großer Selbstverständlichkeit die Definition: „Das Gefühl, der feste Glaube, dass man einer Person oder einer Macht persönliche Dinge und Gefühle ohne Risiko sagen kann und dass diese Person oder Macht absolut verlässlich ist.“ Die Formulierung legt nahe, dass sie sich selbst da einschließt.